Wenn eine lebende Zelle eingefroren wird, droht ihr die Zerstörung durch Eiskristalle und osmotischen Stress. Die physikalischen Gewalten des Phasenübergangs von flüssig zu fest sind enorm – und ohne Schutz übersteht keine Zelle diesen Vorgang unbeschadet. Hier kommen Kryoprotektiva (Cryoprotective Agents, CPAs) ins Spiel: chemische Substanzen, die Zellen gezielt vor den schädlichen Auswirkungen des Einfrierens schützen.
Die Wahl des richtigen Kryoprotektivums, seine Konzentration und das Protokoll seiner Zugabe und Entfernung sind ebenso entscheidend für den Erfolg der Kryokonservierung wie die Qualität des verwendeten Einfriergeräts. In diesem Beitrag erkunden wir die wissenschaftlichen Grundlagen der wichtigsten CPAs und ihre praktische Anwendung im Zusammenspiel mit der Consarctic® Kryotechnik.
CPAs entfalten ihre Schutzwirkung über zwei Hauptmechanismen:
Durch ihre Anwesenheit in der Lösung senken CPAs den Gefrierpunkt und erhöhen die Viskosität. Dies verlangsamt die Eiskristallbildung und gibt den Zellen mehr Zeit, sich an die veränderten osmotischen Bedingungen anzupassen.
Bestimmte CPAs lagern sich direkt an die Zellmembran an und stabilisieren die Lipid-Doppelschicht. Sie verhindern so die mechanische Ruptur der Membran durch Eiskristalle und den Verlust der Zellintegrität.
DMSO ist das am häufigsten verwendete Kryoprotektivum in der biomedizinischen Forschung und Klinik. Es ist ein durchdringendes (permeierendes) CPA, das die Zellmembran passieren und so sowohl intra- als auch extrazelluläre Eiskristallbildung reduzieren kann.
Glyzerin ist ein weiteres klassisches, permeierendes CPA mit einer langen Geschichte in der Kryokonservierung – es war das erste Kryoprotektivum, das 1949 von Christopher Polge für die Konservierung von Spermien entdeckt wurde.
Trehalose ist ein nicht-permeierendes Disaccharid, das natürlicherweise in kälteresistenten Organismen wie Bärtierchen (Tardigraden) vorkommt. Es wirkt, indem es eine glasartige Matrix um die Zelle bildet und die Membran von außen stabilisiert.
Die Wahl des CPAs und des Einfrierprotokolls sind untrennbar miteinander verbunden. Ein Einfrierautomat wie der BIOFREEZE® muss die Kühlrate exakt auf das verwendete CPA-Protokoll abstimmen.
Für DMSO-basierte Protokolle ist eine kontrollierte Kühlrate von typischerweise -1°C/min optimal. Die TC-Aktiv Funktion des BIOFREEZE® erkennt die freigesetzte Kristallisationswärme und kompensiert sie automatisch – ein entscheidender Vorteil gegenüber passiven Einfriermethoden.
Bei der Vitrifikation mit Trehalose-haltigen Medien sind extrem schnelle Kühlraten erforderlich. Hier kommt es weniger auf den Controlled Rate Freezer an, sondern auf die direkte Immersion in flüssigen Stickstoff. Die anschließende sichere Langzeitlagerung in einem Consarctic® Stickstofftank bleibt jedoch für beide Methoden gleich kritisch.
Die wissenschaftliche Gemeinschaft investiert erhebliche Ressourcen in die Entwicklung neuer, weniger toxischer CPAs. Ansätze umfassen:
Unabhängig davon, welches CPA-Protokoll eine Einrichtung verwendet – die Kryoprodukte von Consarctic® bieten die nötige Flexibilität und Präzision, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Von programmierbaren Gefrierkurven bis hin zur sicheren Langzeitlagerung in der Gasphase – wir stellen die technische Grundlage für Ihre erfolgreiche Kryokonservierung bereit.
Möchten Sie Ihre CPA-Protokolle mit optimaler Technik unterstützen? Sprechen Sie mit unseren Anwendungsspezialisten über die ideale Gerätekonfiguration für Ihr spezifisches Einfrierprotokoll.