Krebs ist keine einheitliche Krankheit. Jeder Tumor ist genetisch einzigartig – selbst Tumore desselben Typs unterscheiden sich von Patient zu Patient erheblich in ihrer molekularen Zusammensetzung. Diese Heterogenität ist der Grund, warum die Krebsforschung auf große Sammlungen sorgfältig charakterisierter Tumorproben angewiesen ist: Nur mit statistisch ausreichenden Stichproben können molekulare Muster erkannt, Biomarker identifiziert und neue Therapieansätze entwickelt werden.
Kryokonservierung ist die Methode der Wahl, um Tumorgewebe in einem Zustand zu erhalten, der auch Jahre oder Jahrzehnte nach der Entnahme eine hochauflösende molekulare Analyse ermöglicht. Tumor-Biobanken – spezialisierte Kryobanken für onkologisches Material – sind daher unverzichtbare Infrastrukturen der modernen Krebsforschung.
Frisch reseziertes Tumorgewebe wird unmittelbar nach der chirurgischen Entnahme in aliquote Portionen aufgeteilt und schockgefroren. Die schnelle Verarbeitung ist entscheidend: RNA und Proteine beginnen innerhalb von Minuten nach der Entnahme zu degradieren.
Proben von Metastasen ermöglichen den Vergleich zwischen Primärtumor und metastatischem Gewebe – ein wichtiger Forschungsansatz, um die Mechanismen der Metastasierung zu verstehen.
Serum, Plasma und Buffy Coat (die Leukozyten-reiche Schicht) werden routinemäßig gesammelt. Sie enthalten zirkulierende Tumorzellen (CTCs), zellfreie Tumor-DNA (ctDNA) und Biomarker, die für die Liquid Biopsy relevant sind.
Für genomische Analysen wird stets auch eine Probe des umgebenden gesunden Gewebes benötigt, um somatische Mutationen des Tumors von Keimbahnvarianten unterscheiden zu können.
Die Zeitspanne zwischen Entnahme (Ischämiezeit) und Kryokonservierung ist der kritischste Qualitätsparameter. Internationale Leitlinien empfehleneine kalte Ischämiezeit von maximal 30 Minuten für genomische und maximal 60 Minuten für immunhistochemische Analysen.
Für bestimmte Anwendungen – insbesondere die Gewinnung lebensfähiger Einzelzellen oder die Etablierung von Organoiden – ist ein kontrolliertes Einfrieren im Controlled Rate Freezer essenziell. Der BIOFREEZE® von Consarctic® bietet hierfür die notwendige Präzision und Reproduzierbarkeit.
Tumor-Biobanken müssen Proben über Jahrzehnte lagern können. Die Consarctic® BSD+ und BSF+ Edelstahltanks sind für diese Langzeitperspektive konzipiert und bieten die nötige Temperaturstabilität und Zuverlässigkeit.
Projekte wie The Cancer Genome Atlas (TCGA) und das International Cancer Genome Consortium (ICGC) haben Tausende von kryokonservierten Tumorproben genomisch sequenziert und dabei Hunderte von Krebstreibergenen identifiziert. Ohne die Kryolagerung wäre diese Forschung unmöglich gewesen.
Kryokonservierte Blutproben ermöglichen die retrospektive Suche nach Biomarkern für die Frühdiagnose, Prognose und Therapievorhersage. Wenn ein neuer Biomarker entdeckt wird, können archivierte Proben rückwirkend getestet werden.
Die molekulare Profilerstellung des individuellen Tumors aus kryokonserviertem Gewebe ist die Grundlage der personalisierten Onkologie: Die richtige Therapie für den richtigen Patienten zur richtigen Zeit.
Consarctic® beliefert zahlreiche onkologische Zentren und Tumor-Biobanken mit der kryogenen Infrastruktur, die diese anspruchsvolle Forschung ermöglicht:
Jede Tumorprobe, die heute sorgfältig kryokonserviert wird, könnte in Zukunft den Schlüssel zu einer neuen Therapie oder einem lebensrettenden Biomarker liefern. Die Qualität der Kryotechnik bestimmt, ob dieses Potenzial bewahrt wird.
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