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Der Dry Shipper Auswahl-Guide: Das richtige Modell für jeden Transportbedarf

Transport auf Eis – aber nicht auf gewöhnlichem Eis

Der Transport kryokonservierter Proben ist ein Akt der Balance: Die Proben müssen kontinuierlich bei Temperaturen unter -150°C gehalten werden, gleichzeitig darf kein freier flüssiger Stickstoff im Transportbehälter vorhanden sein – insbesondere nicht beim Lufttransport. Die Lösung heißt Dry Shipper.

Ein Dry Shipper ist ein spezieller Kryobehälter, dessen poröser Innenkörper (Absorbent) flüssigen Stickstoff aufnimmt und festhält wie ein Schwamm. Der Stickstoff kann nicht frei fließen oder verschüttet werden, verdampft aber langsam und hält so den Innenraum über Tage auf kryogenen Temperaturen. Dies macht den Dry Shipper zum einzigen zugelassenen Transportmittel für kryokonservierte Proben im Passagierflugverkehr.

Doch Dry Shipper ist nicht gleich Dry Shipper. Kapazität, Haltezeit, Gewicht, Abmessungen und regulatorische Zulassung variieren je nach Modell erheblich. In diesem Beitrag helfen wir Ihnen, das richtige Modell für Ihren spezifischen Transportbedarf auszuwählen.

Auswahlkriterium 1: Kapazität

Die Kapazität eines Dry Shippers wird üblicherweise in der Anzahl der Vials oder Straws angegeben, die er aufnehmen kann. Die Bandbreite reicht von kleinen Einheiten für wenige Dutzend Vials bis zu großen Modellen für mehrere Hundert Proben.

Die Consarctic® ASR+ Serie

Die ASR+ Modelle von Consarctic® decken ein breites Kapazitätsspektrum ab – vom kompakten Modell für den Kurierversand einzelner Proben bis zum großvolumigen Modell für den Batch-Transport ganzer Probensammlungen. Die modularen Kryo-Einrichtungs-Systeme ermöglichen eine optimale Raumausnutzung und eine systematische Organisation der Proben.

Auswahlkriterium 2: Haltezeit

Die Haltezeit (Holding Time) gibt an, wie lange der Dry Shipper nach der vollständigen Aufladung mit LN2 die Temperatur unter dem spezifizierten Grenzwert hält – typischerweise unter -150°C. Diese Zeit variiert je nach Modellgröße und Isolierqualität zwischen 3 und 21 Tagen.

Worauf Sie achten müssen

  • Planen Sie Puffer ein: Die angegebene Haltezeit gilt unter optimalen Bedingungen. In der Praxis können Verzögerungen im Transport, Zollabfertigungen oder unvorhergesehene Umladungen die tatsächlich benötigte Haltezeit verlängern. Ein Sicherheitspuffer von mindestens 50% ist empfehlenswert.
  • Umgebungstemperatur: In heißen Klimazonen oder im Sommer kann die Haltezeit kürzer sein als unter standardisierten Laborbedingungen.

Auswahlkriterium 3: Lufttransportzulassung

Für den Transport per Luftfracht müssen Dry Shipper spezifische Anforderungen erfüllen:

  • IATA-Klasse: Dry Shipper werden als Non-Hazardous Goods klassifiziert, sofern kein freier flüssiger Stickstoff vorhanden ist. Der sogenannte Tilt-Test (Kipptest) muss nachweisen, dass bei Neigung kein flüssiger Stickstoff austritt.
  • UN-Zertifizierung: Für bestimmte Inhalte (z.B. infektiöse Substanzen der Kategorie A oder B) gelten zusätzliche Verpackungsvorschriften nach UN 2814 oder UN 3373.

Auswahlkriterium 4: Gewicht und Handhabung

Ein voll aufgeladener Dry Shipper kann erhebliches Gewicht erreichen. Für Kuriersendungen ist ein leichteres Modell mit ergonomischen Tragegriffen vorteilhaft. Für den Transport im eigenen Fahrzeug spielt das Gewicht eine geringere Rolle, aber die Abmessungen müssen zum verfügbaren Platz passen.

Auswahlkriterium 5: Auflademechanismus

Das Aufladen (Conditioning) eines Dry Shippers erfordert mehrere Stunden, da der Absorbent den flüssigen Stickstoff vollständig aufnehmen muss. Die benötigte LN2-Menge und die Aufladezeit variieren je nach Modell. Einige Modelle ermöglichen ein schnelleres Aufladen als andere.

Praxistipps für den Kryotransport

  • Vorabvalidierung: Den Dry Shipper vor dem ersten Produktiveinsatz mit einem simulierten Transportzyklus validieren (Aufladen, Beladen, Transport simulieren, Temperatur überwachen).
  • Temperaturlogger: Immer einen kalibrierten Temperaturlogger mitschicken, der die Temperatur während des gesamten Transports aufzeichnet.
  • Dokumentation: Alle Transportschritte dokumentieren: Aufladezeitpunkt, Beladung, Übergabe an Kurier, Ankunft, Entladung.

Consarctic® Dry Shipper Beratung

Die Wahl des richtigen Dry Shippers hängt von zahlreichen Faktoren ab: Probentyp, Probenanzahl, Transportdistanz, Transportmodus und regulatorische Anforderungen. Unsere Experten analysieren Ihren spezifischen Bedarf und empfehlen das optimale Modell aus der ASR+ Serie.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Auswahl des richtigen Dry Shippers? Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung und ein Angebot, das exakt zu Ihrem Transportprofil passt.